Fazit:

Die Ausbildung des Sprechers/Synchronsprechers (m/w/d) hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mir diese Fortbildung ausgesucht, weil ich mich in dieser Sparte selbständig machen möchte, auch wenn ich weiß, dass es einige Jahre dauern wird, um in dieser Branche Fuß zu fassen. Da ich in Elternzeit bin, hat sich das Ganze für mich angeboten, zumal ich schon vorher den starken Wunsch verspürt habe, mich beruflich umzuorientieren.

Sprecherkurs

Ich konnte im ersten Block des Sprecherkurses bei Manuel sehr viel lernen. Er hat uns auf spielerische Weise die Grundlagen des Sprechens beigebracht, war aber dennoch sehr streng, was ich sehr an ihm schätze, denn nur so bekommt man die Motivation dazu, besser zu werden und an sich zu arbeiten. Ich bin Jemand, der so etwas einfach braucht.

Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass man auf so vieles achten muss. Ich kam mir vor, als wäre ich wieder in die Grundschule zurück katapultiert worden. Vieles, was ich bisher über die Aussprache gelernt hatte, konnte ich an den Nagel hängen. Manuel hatte mich am Open Day der Deutschen Pop darauf hingewiesen, dass ich eine “ch“ Schwäche habe. Mein bisheriges Leben lang, habe ich das “ch“ falsch ausgesprochen und ich wusste anfangs gar nicht genau, was ich falsch machte, bzw. wie es richtig ausgesprochen wird. Nach mehreren Sitzungen bei einer Logopädin und immer wieder ständigem Üben, habe ich die richtige Aussprache mittlerweile in den Alltag integriert. Dennoch rutscht es öfter mal raus. 33 Jahre falsche Aussprache lassen sich eben nicht so einfach wegwischen. Aber ich bin optimistisch und bleibe dran. Ein Kurs, den ich zu 100 Prozent weiterempfehlen kann und den man gerne noch etwas ausbauen und länger laufen hätte lassen können, da hier sehr viel Input drinsteckt, was im Laufe der Ausbildung gerne wieder vergessen wird (was leider auch mich betrifft).

 

Studiosprecherkurs

Dieser Kurs hat mir ebenfalls sehr viel Spaß gemacht. Wenn ich allerdings die Kosten mit dem Inhalt in Relation sehe, muss ich ehrlich sagen, dass ich diesen Kurs leider nicht so sehr weiterempfehlen kann, wie der Vorige. Da ich ein kleines Studio zuhause besitze und somit immer die Möglichkeit habe zu üben, wäre es für mich nicht unbedingt notwendig gewesen. In diesem Kurs wurden überwiegend Hörbücher und Hörspiele behandelt, Übungseinheiten zur Vorbereitung auf den Sprechermarkt. Der Vorteil hierbei ist jedoch, die Gruppe. In meinem Studio bin ich alleine, im Kurs, gerade was die Hörspiele betrifft, haben wir alle gemeinsam zusammengearbeitet und die Ergebnisse der Hörspiele waren grandios. Nach bzw. während der Einsprache der Texte, wurden uns Feedbacks erteilt, was ich natürlich nicht erhalten hätte, wenn ich nur in meinem Studio geprobt hätte. Ich blicke auf eine schöne Zeit zurück, in der die Gruppe sehr zusammenwachsen konnte. Von daher war nicht alles schlecht, aber ich bin eben ein kleiner Sparfuchs und achte auf mein Budget.

 

Synchronsprecherkurs

Ich hatte bereits damit gerechnet, dass dieser Kurs schwieriger für mich wird, als der des Studiosprechers, da ich noch niemals in der Synchronisation gearbeitet bzw. es hobbymäßig erprobt habe. Ich habe zwar mal einige Jahre Theater gespielt, aber das ist meiner Meinung nach nochmal etwas völlig anderes, weil es sich hierbei um Theateraufführungen im Hunsrück handelt. Beim Synchronsprechen hat man noch einen Bildschirm vor sich und muss gleichzeitig die Emotionen der einzelnen Handlungen herüberbringen. Das fand ich am Anfang schwierig umzusetzen. Auch jetzt bin ich noch lange kein Genie darin. Viel, viel Übung ist notwendig, damit ich selbst zu mir sagen kann, jetzt bist du gut darin, indem was du tust.

Es gibt viele Dinge, an denen ich noch zu arbeiten habe. Da wären die Betonungen, die Gefühlslagen besser rüberzubringen und teilweise auch meine Artikulation. Gerade in schnelleren Passagen schleichen sich bei mir Fehler ein, da ich es gewohnt war, langsam und deutlich zu sprechen. Nur ist das in gewissen Filmszenen, je nachdem welchen Charakter man verkörpern soll, sehr unvorteilhaft. Man muss ALLES können, wandlungsfähig sein, und genau darauf arbeite ich hin und wenn man etwas unbedingt möchte, sich ein Ziel gesetzt hat und vor allem dranbleibt, dann wird man es auch erreichen. Ich bin guter Dinge, dass es bei mir auch so sein wird, weil ich diesen Job wirklich sehr gerne ausübe und mir meine Zeit “relativ“ frei einteilen kann.

 

Aussichten

Wie sieht es also bei mir nach der Ausbildung bei der Deutschen Pop aus?

Ich werde dieses Jahr im Juli eine Fortbildung über “Sprechen, Auftreten und Kommunikation“ besuchen und sollte mich dieser Kurs überzeugen, werde ich bei dieser Stimmtrainerin meine Sprachqualitäten ausarbeiten, um noch besser zu werden und um meine Fehler, die sich immer noch einschleichen, zu reduzieren. Dazu werde ich üben, üben, üben, denn wie sagt man so schön: Übung macht den Meister.

Im Großen und Ganzen haben mir die Kurse entwicklungstechnisch sehr viel gebracht. Ich weiß nun theoretisch und praktisch, wie ich meine Stimme einsetzen kann und dass auch sie, wie jeder Muskel in unserem Körper, viel Training benötigt, bis man sie so weit hat, damit man professionell damit arbeiten kann. Auch wenn der Weg zum professionellen Sprecher lang werden wird, so bin ich dafür bereit, ihn zu gehen.

Ich bedanke mich bei allen drei Dozenten und auch all die Leute, die ich während der Zeit kennenlernen durfte. Es war eine sehr tolle Erfahrung.